
Du überlegst, Erzieherin oder Erzieher zu werden? Dann kommst du an einer wichtigen Entscheidung nicht vorbei: PiA oder klassische Ausbildung. Beide führen zum gleichen Abschluss, laufen aber ziemlich unterschiedlich ab. Ich erkläre dir hier den Unterschied. Du erfährst außerdem, was du mitbringen solltest, wie viel du verdienst und was während der Ausbildung auf dich zukommt.
PiA steht für praxisintegrierte Ausbildung. Du bist von Anfang an in einer Kita oder Einrichtung angestellt und bekommst dafür jeden Monat Geld. Parallel besuchst du die Fachschule. Theorie und Praxis laufen die ganze Zeit über parallel.
Die klassische Ausbildung läuft anders. Die ersten beiden Jahre verbringst du vor allem in der Fachschule, mit Praktika zwischendrin. Geld gibt es in dieser Zeit meist nicht. Erst im dritten Jahr, dem sogenannten Berufspraktikum, arbeitest du fest in einer Einrichtung und wirst dafür bezahlt.
Für welchen Weg du dich entscheidest, hängt oft vom Bundesland ab. Manche bieten nur die eine oder die andere Variante an, manche beides. Wenn dir finanzielle Unabhängigkeit während der Ausbildung wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf PiA-Plätze in deiner Nähe.
Beide Wege dauern in der Regel drei Jahre. Der Unterschied liegt vor allem in der Struktur, nicht in der Gesamtlänge. Während der Ausbildung lernst du, wie du den Alltag mit Kindern gestaltest, wie du auf unterschiedliche Entwicklungsstände eingehst und wie du mit Eltern kommunizierst. Dazu kommen Grundlagen aus Pädagogik, Psychologie und Recht, zum Beispiel zum Kinderschutz.
Die praktischen Phasen bringen dich in unterschiedliche Einrichtungen: Kitas, Horte, manchmal auch Jugendzentren oder Einrichtungen für Kinder mit besonderem Förderbedarf. So bekommst du einen breiten Einblick, bevor du dich später spezialisierst.
Machst du eine PiA-Ausbildung bei einem öffentlichen Träger, verdienst du nach TVAöD im ersten Jahr rund 1.491 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr steigt das auf etwa 1.552 Euro, im dritten Jahr auf rund 1.653 Euro. Dazu kommen Jahressonderzahlung und in manchen Einrichtungen weitere Zulagen. Machst du die klassische Ausbildung, bekommst du in den ersten beiden Jahren meist kein Gehalt, dafür im dritten Jahr, dem Berufspraktikum, eine Vergütung in ähnlicher Höhe.
Nach der Ausbildung landest du in der Regel in der Entgeltgruppe S 8a des TVöD SuE. Dort verdienst du je nach Berufserfahrung zwischen etwa 3.509 und 4.669 Euro brutto im Monat, plus eine Zulage von 130 Euro für den Sozial- und Erziehungsdienst. Übernimmst du später Aufgaben als Gruppenleitung oder Praxisanleitung, rutschst du in die höhere Gruppe S 8b. Als Kitaleitung sind sogar über 6.000 Euro brutto möglich, je nach Größe der Einrichtung und Berufserfahrung. Bei privaten oder kirchlichen Trägern kann das Gehalt abweichen, informier dich also am besten direkt beim jeweiligen Träger.
Für die klassische Ausbildung an der Fachschule brauchst du meist die Fachhochschulreife oder einen mittleren Schulabschluss plus eine einschlägige Vorqualifikation, zum Beispiel als Kinderpflegerin. Für PiA-Plätze verlangen viele Träger zusätzlich ein Vorpraktikum oder erste Erfahrung im pädagogischen Bereich. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, ein Blick auf die Fachschule vor Ort lohnt sich also immer.
Wichtiger als jedes Zeugnis ist aber, ob du wirklich gerne mit Kindern arbeitest. Du brauchst Geduld, einen langen Atem und die Fähigkeit, auch bei Lärm und Chaos einen klaren Kopf zu behalten. Gleichzeitig ist der Beruf unglaublich abwechslungsreich. Kein Tag läuft wie der andere, und du siehst direkt, wie Kinder sich entwickeln und wachsen.
Wie in fast jeder Ausbildung führst du auch hier ein Berichtsheft oder einen Ausbildungsnachweis. Darin hältst du fest, was du in deinen Praxisphasen gemacht und gelernt hast. Die Fachschule verlangt das in der Regel als Nachweis, manchmal auch als Voraussetzung für die Abschlussprüfung. Gerade weil du zwischen Fachschule und mehreren Praxiseinsätzen wechselst, lohnt sich eins besonders: Trag deine Einträge zeitnah ein. Sonst sitzt du am Ende jedes Blocks da und versuchst, dich an Wochen zurückzuerinnern, die längst vorbei sind.
Mit dem Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin oder Erzieher stehen dir viele Einrichtungen offen: Kitas, Horte, Familienzentren, Jugendeinrichtungen oder auch Frühförderstellen. Wer sich weiterentwickeln will, hat gute Aufstiegschancen. Mit ein paar Jahren Berufserfahrung sind Leitungspositionen erreichbar, genauso wie Fachweiterbildungen zur Fachkraft für Sprachförderung, Inklusion oder Krippenpädagogik. Auch ein Studium, etwa in Kindheitspädagogik oder Sozialer Arbeit, ist mit der Ausbildung als Grundlage möglich. Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist außerdem seit Jahren hoch, was dir gute Jobaussichten in fast jeder Region sichert.
Bei PiA arbeitest du von Anfang an in einer Einrichtung und wirst dafür bezahlt, parallel läuft die Fachschule. Bei der klassischen Ausbildung stehen die ersten beiden Jahre die Fachschule im Vordergrund, bezahlt wirst du erst im dritten Jahr, dem Berufspraktikum.
In der Regel drei Jahre, egal ob PiA oder klassisch.
In der PiA-Ausbildung nach TVAöD zwischen rund 1.491 Euro im ersten und rund 1.653 Euro im dritten Jahr. Nach der Ausbildung landest du meist in Entgeltgruppe S 8a, das sind zwischen etwa 3.509 und 4.669 Euro brutto im Monat plus SuE-Zulage.
Für die klassische Ausbildung meist die Fachhochschulreife oder einen mittleren Schulabschluss mit einschlägiger Vorqualifikation. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Fachschule.
Ja, die Fachschule verlangt einen Nachweis über deine Praxisphasen, oft als Voraussetzung für die Abschlussprüfung. Trag deine Einträge am besten zeitnah ein, statt sie am Ende eines Praxisblocks nachzuholen.
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